Erschließung in der digitalen Welt

So war der Name einer Session auf dem Bibliothekartag 2015 in Nürnberg. Vorgestellt wurden sehr unterschiedliche Projekte, denn es gibt aktuell viele Ansätze um dieses Ziel zu erreichen.

Cocoda – ein Konkordanztool für bibliothekarische Klassifikationssysteme 
Dies ist ein Tool um Konkordanzen in unterschiedlichen Klassifikationen zu finden und so zusätzliche Daten für die inhaltliche Erschließung zu gewinnen. Der Abgleich erfolgt teilautomatisch. Bei der Auswertung wird jedoch kein Abgleich mit WikiData durchgeführt.
Zukunft und Weiterentwicklung der verbalen Inhaltserschließung – aktueller Stand der Diskussion
Hierbei ging es um die Weiterentwicklung der RSWK in Hinsicht auf die Veränderungen in Online Kataloge, aber auch um die Ausarbeitungen der Expertengruppe Sacherschließung über neue Leitlinien zur verbalen Inhaltserschließung. Die Leitlinien werden nicht in die Praxis übernommen. Ab Oktober 2015 wird mit der Einführung von RDA ein größer Teil des RSWK Regelwerks entfallen. Diese Teile werden innerhalb von RDA erschlossen.
Automatisierung der Sacherschließung mit Semantic Web Technologie
Die Uni Konstanz hat eine Systematik, die von keiner anderen Einrichtung genutzt wird. Um jedoch auf Fremddaten für die Sacherschließung zurück zu greifen, werden anhand der Knotenverbindungen in WikiData Zusammenhänge der eigenen Systemstelle zu anderen Systematiken hergestellt. Ca. 70% aller Abgleiche werden automatisch von dem hierfür entwickelten Tool durchgeführt.
Ein schlankes Datenmodell für E-Books: die providerneutrale Aufnahme
Dieser Lösungsansätze empfiehlt für die Verzeichnung von E-Books einen providerneutralen Titeldatensatz plus providerspezifische Informationen im Lokalsatz. So kann für die Endnutzer die Suche nach dem lokalen Zugang erleichtert und die Anzeige von scheinbaren Dubletten im Katalog vermieden werden.
Zusammenführen, was zusammengehört. Der Gazetteer des DAI als Schlüsselressource für Wissenschaft und Bibliotheken
Die Normdaten Erstellung und Pflege ist ein besonders wichtige Aufgabe um Informationen zusammen zu führen. Durch die Nutzung der DAI-Gazetteer können Geografikum aus dem arabischen Sprachraum nun eindeutig zugeordnet und die verschiedenen Namen derselben Region in einer gemeinsamen Ansetzung zusammengeführt werden.
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OpenAccess Publisher – die Großen

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen bei den großen Open Access Publishern im naturwissenschaftlichen Bereich. Die OA-Publikationen zum Download als PDF anzubieten, gehört bei allen Publishern zum Standard.  Semistrukturierte Fassungen (z.B. HTML) daneben bietet unter den großen Publishern die Mehrheit inzwischen auch an.  Aber nur wenige machen ganz was Verrücktes, und stellen auch strukturierte Fassungen zur Verfügung, wie Frontiers (XML), Public Library of Science (XML) und, abhängig vom Journal, MDPI AG (XML). Oxford University Press, The Company of Biologists und The Royal Society stellen zusätzlich die Abbildungen aus ihren Publikationen mindestens als PowerPoint-Dias zur Verfügung. Die BMJ Group bietet darüber hinaus Podcasts und Video-Abstracts. Einzig die Public Library of Science bietet mit Figshare ein Portal zum Austausch wissenschaftlicher Forschungsdaten und Springer eine Datenbank mit Daten zu chemischen und physikalischen Materialien.

Um die wissenschaftliche Forschungskommunikation voranzutreiben ist Open Access unabdingbar. Umso erstaunlicher, dass während der Untersuchung immer deutlicher wurde, wie wenig noch seitens der Publisher unternommen wird, um Forschern und Wissenschaftlern, und denen, die es einmal werden wollen, die Zugriffe zu erleichtern. Werden einmal erhobene Daten zur Verfügung gestellt, um sie in anderen Projekten nutzen zu können, wird nicht nur Zeit sondern auch Geld gespart, das an anderer Stelle der Forschung schon wieder helfen kann. Wichtig ist, sinnvolle Aggregationen vorzunehmen, wie es beispielsweise Springer mit der Integration mehrerer Datenbanken in eine Fachdatenbank macht. Oder wie mit Figshare ein Datenarchiv zum direkten Austausch zu nutzen. Eine größere Bereitschaft zur Lizenzfreigabe ist ebenso dringend erforderlich.

OpenAccess Publisher

SeminararbeitArbeitsplatz

SeminararbeitArbeitsplatz

Aller Anfang ist schwer.
Die Ausgangssituation: ein arbeitsintensives Semester, mit vielen absolvierten
Prüfungsleistungen, liegt hinter uns.
Zwei Seminararbeiten sind noch zu erstellen. Der Zeitdruck ist groß.
Die Zeitreserven neben der Berufstätigkeit sind weiterhin knapp, die
Kraftressourcen bereits völlig ausgeschöpft.

Eine Seminararbeit, zu der dieser Blogbeitrag geschrieben wird, beinhaltet die Untersuchung großer OpenAccess Publisher. Es interessiert, wer die Artikel strukturiert anbietet, damit die Inhalte analysiert und weiterverarbeitet werden können. Einige sind uns während des Studiums bereits begegnet, z. B. ProQuest, BMJGroup und Wiley.

Im weiteren Verlauf der Publisher-Untersuchung werden an dieser Stelle Informationen zu den jeweiligen Bereitstellungsarten veröffentlicht.

SWIB 2014

Letzte Woche, wie seit mittlerweile 6 Jahren immer zu Beginn der Adventszeit, fand die traditionell von ZBW und hbz organisierte dreitägige Konferenz „Semantic Web in Libraries“ (SWIB) statt. Veranstaltungsort war diesmal Bonn mit dem hbz als Organisator vor Ort. Waren die ersten drei SWIBs noch deutschsprachig (Infos zu den alten Veranstaltungen sind hier zu finden), ist die SWIB nunmehr international – lt. Veranstalter waren 165 Teilnehmer aus 24 Ländern angereist.

Die SWIB führt nach meiner Beobachtung definitiv kein Nischendasein mehr, das Thema „Linked Open Data“ ist in Bibliotheken angekommen, und die SWIB bietet ein optimales Umfeld, um sich zu informieren und auszutauschen – über das Warum und Wie des bibliothekarischen Engagements in dem Bereich, aktuelle Diskussionen zu Standards und deren Anwendungen sowie konkrete Realisierung in bestehenden Projekten. Die Internationalisierung der Konferenz war dabei nur logische Konsequenz.

Interessant und für die Gestaltung der Beiträge durchaus herausfordernd ist der nach wie vor sehr heterogene Hintergrund der Teilnehmer: Man findet den klassischen Bibliothekar ebenso wie den IT-ler, und ab und zu beides in einer Person, und hat dann auch meistens einen „alten SWIB-Hasen“ vor sich. Der Austausch dieser beiden an Bibliotheken weltweit zu findenden „Spezies“ untereinander und ihre Vernetzung sollte m.E. eigentlich nicht nur auf solchen Konferenzen, sondern (über Projekte hinaus) auch in den Häusern selbst immer mehr zur Tagesordnung werden, und das Thema Linked Open Data eignet sich dafür bestens. Einen schönen Denkanstoß liefert z.B. ein kürzlich in der ZfBB erschienener Aufsatz von Felix Lohmeier und Jens Mittelbach, auch als Preprint open access erhältlich.

Auch wenn man nicht vor Ort war, die Vorträge wurden aufgezeichnet und die Folien zu den Beiträgen sind ebenfalls hier verfügbar. Die zu #swib14 geposteten Tweets liefern Aufschluss zu interessanten Beiträgen, Diskussionen und „Hot Topics“ während der Konferenz. Als Einstieg würde ich die beiden den Konferenztag 3 einleitenden (Eric Miller) und abschließenden (Richard Wallis) Beiträge wählen.