My Observatory – Information Management Tool für Citizen Science

Viele Forscher haben trotz der vielen freiwilligen Hobbyforscher, welche an Cititzen Science Projekten teilnehmen, immer noch Probleme, die großen Datenmengen gut zu sortieren, zu analysieren und aufzubereiten.

MyOberservatory, ein Informationsmanagementtool des Umweltwissenschaftsprofessor Yoram Rubin der University of California, versucht dabei Abhilfe zu schaffen. Die webbasierte Plattform hilft beim Sammeln, Sortieren, Untersuchen und Verbreiten von Daten. Weiterlesen

Open Access – oder Über die Schwierigkeiten, Wissen zu teilen

Beim Thema Open Access denkt man zunächst an Artikel, die in wissenschaftlichen Zeitschriften für jedermann zugänglich, nutzbar und teilbar veröffentlicht werden. Während meiner Recherchen bin ich auf ein Experiment der Publisher in Großbritannien gestoßen, bei dem es darum ging, wissenschaftliche Monografien Open Access (OA) zu veröffentlichen. Ich habe mich gefragt, wie es eigentlich, von der anderen Seite betrachtet, aussieht.

Bin ich als Verfasser einer wissenschaftlichen Schrift tatsächlich autark in der Entscheidung, wie sie veröffentlicht und genutzt werden kann? Konkret gehörte es nicht zur Fragestellung meiner Seminararbeit, deshalb möchte ich an dieser Stelle kurz von den Erfahrungen eines jungen Wissenschaftlers berichten, und auf seinen Blog hinweisen.

Die Abschlussarbeit (Magister) ist geschrieben und der Absolvent möchte sie, aus tiefer Überzeugung, Open Access veröffentlichen. Gleichzeitig möchte er das Werk gedruckt in Händen halten, in der stolzen Familie verteilen – aber so richtig – als Buch, mit ISBN, verzeichnet in der DNB. Und vielleicht lassen sich ja ein paar Exemplare auch verkaufen.

Klingt einfach?  – Das kann, wie hier, der Beginn einer kleinen Odyssee durch die Verlage sein.

Über drei „Book on Demand“-Anbieter, unter deren Konditionen sich  OA-Veröffentlichung und paralleler Verkauf nicht vereinbaren ließen, landete er bei einem kleinen Wissenschaftsverlag, der hauptsächlich Abschlussarbeiten und Dissertationen publiziert.

Von den zwischenzeitlichen Überlegungen, mit Gleichgesinnten selbst einen Verlag zu gründen, ist er inzwischen wieder abgewichen. Er stellte im Herbst letzten Jahres fest, dass sich in der Verlagswelt ein bißchen Bewegung in Richtung Open Access erkennen lässt.

Wer also demnächst für die eigene Bachelorarbeit  analoges plant…

OpenAccess Publisher – die Großen

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen bei den großen Open Access Publishern im naturwissenschaftlichen Bereich. Die OA-Publikationen zum Download als PDF anzubieten, gehört bei allen Publishern zum Standard.  Semistrukturierte Fassungen (z.B. HTML) daneben bietet unter den großen Publishern die Mehrheit inzwischen auch an.  Aber nur wenige machen ganz was Verrücktes, und stellen auch strukturierte Fassungen zur Verfügung, wie Frontiers (XML), Public Library of Science (XML) und, abhängig vom Journal, MDPI AG (XML). Oxford University Press, The Company of Biologists und The Royal Society stellen zusätzlich die Abbildungen aus ihren Publikationen mindestens als PowerPoint-Dias zur Verfügung. Die BMJ Group bietet darüber hinaus Podcasts und Video-Abstracts. Einzig die Public Library of Science bietet mit Figshare ein Portal zum Austausch wissenschaftlicher Forschungsdaten und Springer eine Datenbank mit Daten zu chemischen und physikalischen Materialien.

Um die wissenschaftliche Forschungskommunikation voranzutreiben ist Open Access unabdingbar. Umso erstaunlicher, dass während der Untersuchung immer deutlicher wurde, wie wenig noch seitens der Publisher unternommen wird, um Forschern und Wissenschaftlern, und denen, die es einmal werden wollen, die Zugriffe zu erleichtern. Werden einmal erhobene Daten zur Verfügung gestellt, um sie in anderen Projekten nutzen zu können, wird nicht nur Zeit sondern auch Geld gespart, das an anderer Stelle der Forschung schon wieder helfen kann. Wichtig ist, sinnvolle Aggregationen vorzunehmen, wie es beispielsweise Springer mit der Integration mehrerer Datenbanken in eine Fachdatenbank macht. Oder wie mit Figshare ein Datenarchiv zum direkten Austausch zu nutzen. Eine größere Bereitschaft zur Lizenzfreigabe ist ebenso dringend erforderlich.

Forschungseinrichtungen und Bibliotheken

Ich kann meiner „Vorschreiberin“ nur zustimmen, das vergangene 5. Semester war sehr arbeitsintensiv und ließ nur wenig Luft für andere Dinge. Die Tatsache, dass vermutlich einige noch über ihren letzten Hausarbeiten brüten, bestätigt dies zusätzlich.

Ich selbst stecke in den letzten Zügen meiner Hausarbeit zum „Data Sharing“. Generell muss ich sagen, dass sich bei mir während des Einlesens ein richtiges Interesse an diesem Thema entwickelt hat und unabhängig von der Arbeit mal schaue, wie das in Bibliotheken so aussieht, wenn es um Forschungsdaten geht. Dabei konnte ich feststellen, dass es gute Beispiele für Bibliotheken gibt, wenn es um die Integrität in Forschungseinrichtungen geht. Z.B. das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) .  Auf der Homepage ist folgendes zu lesen: „Die KIT-Bibliothek als Partner von Wissenschaft und Forschung am KIT betrachtet den Aufbau von Strukturen zur dauerhaften Bereitstellung qualitätsgesicherter Forschungsdaten als eines ihrer wesentlichen strategischen Ziele.“ Ein weiteres Beispiel für eine Kooperation zwischen Bibliothek und Wissenschaft ist die TIB in Hannover. Die TIB unterstützt die Forschung dahingehend, dass sie u.a. die digitale Langzeitarchivierung zur Erhaltung und Bewahrung von digitalen Informationen anbietet.

Dieses Thema ist und bleibt spannend. Mal schauen, was sich diesbezüglich auch innerhalb der „Bibliothekslandschaft“ noch so ergeben wird und vor allem welche Aufgaben Bibliotheken  als Informationseinrichtung übernehmen können und hoffentlich auch werden.