Open Educational Resources – auch ein Thema für Bibliotheken

Open Educational Resources (OER), das sind offen zugängliche Lehr- und Lernmaterialien. Sie umfassen damit sämtliche Formen von Lehr- und Lernmaterialien wie Kursmaterialien, Onlinekurse, Aufgabensammlungen, Vorlagen für Unterrichtsmaterialien aber auch MOOC’s und Vorlesungsmittschnitte. Offen zugänglich heißt, daß die vergebene Lizenz dem Nutzer einen freien Zugang und das Recht zur Bearbeitung und Weiterverbreitung einräumt (Jöran Muus-Merholz: UNESCO veröffentliche neue Defintion zu OER ). David Wiley hat in seinen „5R“ zusammengefasst, wie dem Nutzer gestattet wird die Inhalte zu nutzen

  1. Verbreiten – Redistribute – das Recht, Kopien eines Inhalts mit Anderen zu teilen, im Original oder in eigenen Überarbeitungen (z.B. einem Freund eine Kopie zu geben oder online zu veröffentlichen)
  2. Verwahren/Vervielfältigen – Retain – das Recht, Kopien des Inhalts anzufertigen, zu besitzen und zu kontrollieren (z.B. Download, Speicherung und Vervielfältigung)
  3. Verwenden – Reuse – das Recht, den Inhalt in unterschiedlichen Zusammenhängen einzusetzen (z.B. im Klassenraum, in einer Lerngruppe, auf einer Website, in einem Video)
  4. Verarbeiten – Revise – das Recht, den Inhalt zu bearbeiten, anzupassen, zu verändern oder umzugestalten (z.B. einen Inhalt in eine andere Sprache zu übersetzen)
  5. Vermischen – Remix – das Recht, einen Inhalt im Original oder in einer Bearbeitung mit anderen offenen Inhalten zu verbinden und aus ihnen etwas Neues zu schaffen (z.B. beim Einbauen von Bildern und Musik in ein Video)
  6. Verbreiten – Redistribute – das Recht, Kopien eines Inhalts mit anderen zu teilen, im Original oder in eigenen Überarbeitungen (z.B. einem Freund eine Kopie zu geben oder online zu veröffentlichen)

Die UNESCO sieht in Open Educational Resources die Möglichkeit eines nachhaltigen und niederschwellingen Zugangs zu Bildung und damit zu sozialer und ökonomischer Entwicklung. Und der Möglichkeit Bildung auch in Entwicklungsländern nachhaltig zu fördern.

Aber warum sind OER auch ein Thema für Bibliotheken? Im Zusammenhang mit dem wechselnden Rollenverständnis von Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken hin zu einem Lernort gewinnen OER zunehmend an Bedeutung. Bibliotheken wenden sich schon jetzt mit einem vielfältigen Angebot sowohl an den Schul- wie auch den Hochschulbereich, in dem OER zunehmend eingesetzt werden. Sie verfügen schon jetzt über Kompetenzen, die sie zum Thema OER in den verschiedenen Bereichen einbringen können:

  • das Auffinden und Bereitstellen entsprechender Repositorien
  • der Vergabe von qualitätvollen Metadaten und Digital Object Identifiern (DOI)
  • der Erschließung durch einheitliche Vokabulare und Ontologien
  • der Langzeitarchivierung von OER.

 

Hinzu kommt noch die Bekanntmachung und Verbreitung von OER und die Beratung im Zusammenhang mit der Vergabe der entsprechenden Lizenzen. Auf Grund ihrer Erfahrung und der vorhandenen Infrastruktur sind Bibliotheken verlässliche Partner für die OER-Bewegung. Um diese Entwicklung zu fördern hat Anfang 2016 das Bundesministerium für Bildung und Forschung die “Richtlinie zur Förderung von Offenen Bildungsmaterialien (Open Educational Resources – OERinfo)“ herausgegeben. Ihr Ziel ist die Etablierung einer Informationsstelle, die bildungsbereichübergreifend alle Informationen zu OER bündeln und bereitstellen soll.

Aktuell beschäftigen sich gleich mehrere Projekte und Publikationen mit dem Thema OER in Bibliotheken und bieten interessante Anregungen und Hinweise. Beispielsweise der „Leitfaden zu Open Educational Resources für Bibliotheken und Informationseinrichtungen“. Ein Studierendenprojekt, des Studiengangs „Informationsmanagement – berufsbegleitend“, der Hochschule Hannover, unter der Leitung von Dr. Anke Wittich oder auch eine Hausarbeit zum Thema „Open Educational Resources (OER) – Aktuelle Entwicklungen und neue Herausforderungen für Bibliotheken im Zusammenhang mit dem Zugang von Bibliotheken an deutsche Hochschulen“ von Sabine Stummeyer.

 

 

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