Digitale Bibliotheken für Kinder

Schon frühzeitig entdecken viele Kinder die Welt des Internets, haben Smartphones und finden „normale“ Bücher langweilig. Daraus entwickelte sich die Idee Kinderbücher online anzubieten. Die Digitale Kinderbibliothek, Children’s Books Online oder die International Children’s Digital Library haben dies in die Tat umgesetzt. Das Ziel des Ganzen soll laut der International Children’s Digital Library sein:

„The mission of the International Children’s Digital Library Foundation (ICDL Foundation) is to support the world’s children in becoming effective members of the global community – who exhibit tolerance and respect for diverse cultures, languages and ideas — by making the best in children’s literature available online free of charge. The Foundation pursues its vision by building a digital library of outstanding children’s books from around the world and supporting communities of children and adults in exploring and using this literature through innovative technology designed in close partnership with children for children.”

Ob diese Zielsetzung eingehalten wird und wie sich im Allgemeinen die Anbieter von digitaler Kinderliteratur präsentieren, wird in der vorliegenden Arbeit erörtert.

Die deutsche Seite von der Digitalen Kinderbibliothek ist noch in der Aufbauphase. Hier können zwar Titelvorschauen angesehen werden. Diese lassen sich nicht öffnen und sind so veraltet, dass sich der Besuch dieser Seite kaum lohnt. Auf der Homepage kann zwischen Lerngeschichte, Tiergeschichte, Märchen, Sage oder Spaßgeschichte gewählt werden, wie auf Abbildung 1 zu sehen ist.

Bild1

1. Abbildung: Digitale Kinderbibliothek. Online verfügbar unter http://www.digitale-kinderbibliothek.de/2.html

Von dem amerikanischen Anbieter: Children’s Books Online ist die Fülle der Angebote größer. Diese Seite entstand im Netz 1996 und ist eine Arbeit von einem einzigen Mann.Das Angebot besteht aus Abenteuergeschichten, Vorlesebüchern, Büchern in verschiedenen Sprachen (deutsch ist vertreten) oder auch Erstlesebüchern.Bei den mehrsprachigen Exemplaren, ist das digitale Buch auf der Originalsprache und unterhalb des Buches werden die Sprachen zum anklicken dargestellt (siehe Abbildung 2). Auf jeder neuen Buchseite muss die Sprache erneut angeklickt werden, damit diese übersetzt wird. Die Bücher stehen kostenlos als Download bereit. Über die Search Seite können die Bücher über Autor, Titel etc. gesucht werden. Die Super-Index Seite gibt eine alphabetische Auflistung der Buchtitel wieder. An sich, ist die Seite übersichtlich aufgebaut, allerdings wirkt sie sehr einfach und veraltet. Das Angebot ist eher mäßig. Dennoch sieht man, dass sich der Mann mit viel Herzblut an die Sache gemacht hat. Gefördert wird das Ganze von dem „Rosetta Project“. Hierfür kann auch Geld gespendet werden oder man stellt selber der Homepage Bücher zu Verfügung von denen das Nutzungsrecht abgelaufen ist.

Bild 2

1. Abbildung: Digitale Kinderbibliothek. Online verfügbar unter http://www.digitale-kinderbibliothek.de/2.html

Im Jahr 2002 ist die International Children’s Digital Library von der Library of Congress in Washington, D.C. ins Leben gerufen wurden.The International Children’s Digital Library (ICDL) is a research project funded primarily by the National Science Foundation (NSF), the Institute for Museum and Library Services (IMLS), and Microsoft Research to create a digital library of outstanding children’s books from all over the world.”

Bild3

1. Abbildung: Digitale Kinderbibliothek. Online verfügbar unter http://www.digitale-kinderbibliothek.de/2.html

Die ICDL sieht im Gegensatz zu den beiden anderen Seiten eher überfüllt, bunt und unübersichtlich aus (siehe Abbildung 3). In der Mitte der Seite ist ein großer Kreis mit einem Buch abgebildet. Durch Anklicken gelangt zu der „Simple Search“ Seite. Hier können die Kinder ihre Suche einschränken: Die Farbe des Covers, die dicke des Buches, die Altersempfehlung oder ob es sich um ein „real animal character“ handeln soll usw.. Es besteht sogar die Möglichkeit, die verschiedenen Einschränkungen zu kombinieren und die Sprache hinzuzufügen. Am Ende erhält man die Anzahl der Bücher, die zu den Suchkriterien passen. Diese Homepage bietet die Bücher, wie bereits genannt, in verschiedenen Sprachen an. Doch die Buchseiten müssen nicht einzeln mit Hilfe eines Buttons ständig übersetzt werden, die International Children’s Digital Library bietet die Bücher so an, dass der z.B. deutsche Text direkt auf der Buchseite steht. So ist der Lesefluss nicht gestört. Diese Digitale Bibliothek für Kinder macht mit den verschiedenen Suchfunktionen richtig Spaß, manches Mal stellt sich die Frage wie sinnvoll die Einschränkung jeweils ist (z.B. die Suche nach einem Buch mit einem blauen Cover), aber das ist den Kindern vorbehalten.

Doch wie bei den zwei vorherig beschriebenen Seiten, sind die Bücher zum Teil sehr alt und wirken daher leider unattraktiv. Die Startseite, wie in Abbildung 3 zu sehen ist, muss von einem Kind erstmal verstanden werden. Zum Glück wird die Seite „Einfache Suche“ auch auf Deutsch angeboten (die Sprache kann ausgewählt werden), doch bis dahin muss es das Kind erstmal schaffen.

 

Fazit:

Die Digitalen Bibliotheken für Kinder haben natürlich die gleichen Probleme wie die, die für Erwachsene sind. Die Nutzungsrechte sind von den schönen neuen Büchern natürlich noch nicht abgelaufen, weil der Autor noch keine 70 Jahre Tod ist. In den USA gilt das Copyright laut der Bundeszentrale für politische Bildung sogar 70 bis 95 Jahre nach dem Tod des Autors. Logisch, dass die Autoren ihre neuen Bücher nicht gleich frei im Netz anbieten, daher bleibt leider meist nur das Angebot der veralteten Werke.

Ich bezweifle es, dass Kinder dieses Angebot besser finden, auch wenn es online angeboten wird. Teilweise sind die Internetseiten auch nicht ansprechend, um Kinder dort länger zu fesseln und die digitalen Bücher werden es wohl so auch kaum schaffen.

Die Zielsetzung der zwei englischen Seiten sind zwar gut gemeint, den Kindern der Welt die Möglichkeit zu bieten auch Werke aus anderen Ländern in ihrer Sprache zu lesen, dennoch glaube ich nicht, dass Kinder schon so sehr interessiert sind.Kinderbücher stehen teilweise bei anderen Anbietern wie z.B. buecher.de kostenlos zum Downloaden bereit. Ob diese Bücher neu, oder für Kinder attraktiv sind, bleibt in Frage gestellt. Viele Bibliotheken bieten, nachdem man sich bei ihnen Registriert, einen großen Fundus an Bilder- und Kinderbüchern als E-Books an, diese sind neu, kostenlos, aber nur für eine gewisse Zeit ausleihbar.

 

Soweit das digitale Zeitalter auch fortgeschritten ist, für Kinder und vor allem für Kleinkinder bleibt das Buch in physischer Form erstmal weiterhin bestehen. Zusätzlich, zu dem zurzeit nur bedingt guten Angebot aus der digitalen Welt, ist es fraglich, ob sich die Kinder und Erwachsenen vor dem Zubettgehen überhaupt zusammen vor den Rechner setzten und sich Bilderbücher ansehen. Natürlich gibt es auch Smartphones, Laptops oder Tablet-PCs, doch wollen Eltern wirklich so ein Vorbild sein und die Gerätschaften beim einkuscheln der Kinder mit ins Bett nehmen, um daraus vorzulesen?

Ich persönlich hoffe es nicht, denn war das nicht mit der schönste Teil des Tages, mit seinen Eltern zusammen – außerhalb von TV und PC etc. – in Ruhe ein Buch durchzublättern?

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